Zurück

Harmonische Hitzeschlacht um den Legendenstatus

von Erhard Goller

Wüster Radladen triumphiert nach spannenden 24 Stunden
Staub und Hitze im Landschaftspark

Das Quartett vom Wüster Radladen hat im Landschaftspark Nord die Hitzeschlacht der MountainBIKE 24h von Duisburg presented by RHEINPOWER gewonnen. In einem spannenden Duell mit Herzlichst Zypern absolvierten sie beim Kultevent für Mountainbiker 91 Runden. Bei den Solisten konnte Rick Steffen Vorjahres-Sieger Keke Dörnbach mit 73:72 Runden bezwingen.

Der Schlaf ist nachgeholt, die Klamotten sind vom Staub wieder befreit. Zeit, um zurück zu blicken auf die 24h Stunden und mehr im Dauer-EinsatzEs war heiß, es war staubig und die knapp 2000 Pedaleure schwitzten aus allen Poren. Doch dem Ehrgeiz, der Lust und Laune tat das keinen Abbruch und die Veranstalter versuchten die Staubwolken mehrfach durch Wässern etwas zur reduzieren. Über dem Gelände lag auch bei der Auflage 2018 diese bereits legendäre Festival-Atmosphäre, so speziell eingerahmt und illustriert von der Industrie-Kulisse des Landschaftspark Nord.

Vor diesem grandiosen Bühnenbild kurbelten der Wüster Radladen und Herzlichst Zypern, beides vierköpfige Teams um den Legendenstatus bei den MountainBIKE 24h von Duisburg und damit um  die Nachfolge der Mondraker Rockets, die sich im Vorjahr die Krone aufgesetzt hatten.

Das war ein Achter-Team und letztlich kam die halbe Mannstärke des Wüster Radladens am Ende auf dieselbe Rundenzahl von 91.

Am Ende trennten Jannik Wüster, Ole Zilse, Lennart Voege und Sean Feldhaus nur etwa zehn Minuten von ihren Kontrahenten um den Deutschen Vizemeister der Masters-Kategorie, Sascha Schwindling aus St. Ingbert im Saarland. Effektiv sind das weniger als ein Prozent Unterschied.

Das Team aus Voerde ging am Samstagnachmittag in Führung und die pendelte dann immer im Bereich von fünf bis zwölf Minuten, eine Überrundung gab es aber nie. So blieb Herzlichst Zypern bis zum Sonntagvormittag auf Schlagdistanz, um neun Uhr morgens betrug der Abstand zwischen den führenden Teams nur noch rund drei Minuten. Der Wüster Radladen durfte sich also keine Schwäche erlauben. Taten sie dann auch nicht, die Vier wehrten sich erfolgreich.

 

Herzlichst Zypern: Wieder mal ein tolles Event

Beim Sieger absolvierten der Junioren-DM-Sechste Ole Zilse und Sean Feldhaus mit 24 die meisten Runden. Feldhaus war übrigens im Vorjahr Mitglied des Siegerteams von Mondraker.

Für Herzlichst Zypern ging nach eigenem Bekunden eine kleine Ära zu Ende. Zum ersten Mal konnten sie ihre Kategorie nicht gewinnen. Aber, so erklärte das Team, sei die Viererkonkurrenz noch nie so stark besetzt gewesen. „Der Staub hängt in jeder Rille und wird uns noch eine Weile an das wieder einmal tolle Event erinnern“, postete unterlegene Crew.

 

Auf Rang drei landeten mit dem Edelhelfer Racing Team die beste Achter-Equipe (89 Runden), die sich wiederum mit Team2Beat powered by BioRacer ein in doppeltem Sinne heißes Duell lieferten. Die kamen auch auf 89 Runden und benötigten dafür nur 1:26 Minuten länger.

Die Wertung der Zweier-Teams ging an vennbike.de mit 80 Runden, drei mehr als das Eifel Cycling Team Northwave.

Im Lager der reinen Damen-Teams spulten die Burn Baby’s mit Kim Sandy Große, Nelia Fuchs, Kathrin Tesmer und Christina Braganz mit immerhin 74 am meisten Runden ab.

 

Rick Steffen: Mal machen, mal gewinnen

Bei den Solisten triumphierte Rick Steffen. Der Feuerwehr-Mann vom MSV Essen-Steele, der auch im Triathlon auf der Ultra-Distanz aktiv ist, konnte Titelverteidiger Keke Dörnbach auf Rang zwei verweisen. „Muss man mal gemacht haben“, postete Steffen auf seiner Facebook-Seite bevor es losging. Kann man auch mal gewinnen, konnte er nach 24 Stunden hinzufügen.

Nach 73 Runden reckte er Staub bedeckt die rechte Faust in die Höhe und ließ sich für sein grandioses Durchhalte-Vermögen feiern. Danach musste er keinen Brand, bei Temperaturen von 30 Grad dafür aber umso mehr seinen Durst löschen. 

Keke Dörnbach brachte es auf 72 Runden und war damit keineswegs abgeschlagen. Dritter wurde Ralf Kaltz mit 64 absolvierten 8,1-Kilometer-Schleifen.

Bei den Damen brachte es Karo Dominiak auf genau 50 Runden. Die ehemalige Triathletin und Vorjahres-Zweite aus Dinslaken drehte damit sieben mehr als Anna Schoofs und zehn mehr als Nadine Besser.

 

Rose Bike Heros kommen von der Schwäbischen Alb

Die Spezialwertung Rose Bike Hero, den Anstieg zum Monte Schlacko, konnte Stefan Schairer vom Team Expoline-radhaus Winterlingen für sich entscheiden. Mit 36,88 Sekunden drückte er die Bestzeit in den Staub. 2,7 Sekunden war er schneller als sein Team-Gefährte Arndt Puls. Bei den Damen war es mit Lisa Sulzberger eine weitere Teamkollegin, die eine 50,51 markierte. Die Biker von der Schwäbischen Alb scheinen sich auf diese Herausforderung besonders gut vorbereitet zu haben.

 

Im Kids-Race powered by Stadtwerke Duisburg, das erstmals am Freitag ausgetragen wurde, stellten sich knapp 100 Schülerinnen und Schüler an den Start und machten den Event zum Familien-Ereignis.

Die einstündige Staffel-Jagd als Warmup ging an das Team aronia+, das seine 16 Runden auf einem verkürzten Kurs 1:26 Minuten schneller absolvierte als das Team2Beat 1.

Stephan Salscheider von der organisierenden SKYDER SPORTPROMOTION resumierte den Event, den er mit seiner Crew zum 13. Mal veranstaltet hat, mit einem Lächeln im Gesicht. „Es war einmal mehr ein großartiger Event und dieses Jahr auch noch außergewöhnlich harmonisch. Die 24 Stunden von Duisburg sind und bleiben ein einzigartiges Ereignis, für die Teilnehmer, für die Besucher, aber auch für uns als Veranstalter“, so Salscheider.

Und im gleichen Atemzug kündigte er an: „Mitte September wird das Anmeldeportal für die Auflage 2019 eröffnet.“ 

 

Ergebnisse findet man hier

Zurück